Sie sind hier: Startseite
Weiter zu: ASBH vor Ort Über uns Aktuelles Publikationen Termine ASBH-Kongress Kliniken Spenden
Allgemein: Pränatale Diagnose Spina bifida Hydrocephalus Mitgliedschaft Geldauflagen Presse Partner Forum Impressum

Suchen nach:

Hydrocephalus

Hydrocephalus ist eine Erweiterung der Flüssigkeitsräume (Ventrikel) des Gehirns. Der Abfluss der Hirnflüssigkeit (Liquor) ist gestört, was zu einem Liquorstau und zur Erweiterung der Ventrikel führen kann. Die Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit zirkuliert vom Gehirn über das Rückenmark ins Blut und wird bei jedem Menschen ca. alle acht Stunden ausgetauscht. Beim Hydrocephalus ist dieser Kreislauf gestört, da der Liquor nicht vollständig abfließen kann. Der Hydrocephalus kann vorgeburtlich entstehen und tritt zu 80% auf, wenn eine Spina bifida vorliegt. Er tritt auch isoliert auf. Er kann sowohl vorgeburtlich durch Fehlbildungen oder Hirnblutungen entstehen wie auch in jedem Lebensalter z. B. durch Infektionen, Unfälle oder Tumore. Die Auswirkungen sind immer individuell. Sie reichen von geringer Beeinträchtigung, Teilleistungsschwächen bis zu Epilepsie oder schweren neurologischen Ausfällen. Der Abfluss des Hirnwassers kann reguliert werden, indem eine Ableitung (sog. Shunt) implantiert wird.

Das Leben mit Hydrocephalus kann so unterschiedlich verlaufen wie das Leben ohne Hydrocephalus.
Wir veröffentlichen hier beispielhaft zwei Erfahrungsberichte von Erwachsenen mit isoliertem Hydrocephalus, die auf der wissenschaftlichen Tagung 2011 vorgestellt wurden.

Leben mit Hydrocephalus
- Erfahrungsbericht Jörg Werner [20 KB]
- Erfahrungsbericht Ute Herberg [21 KB]

NPH (Normaldruckhydrocephalus)
Die Bezeichnung stammt aus dem Englischen (Normal-Pressure-Hydrocephalus) und wurde in den sechziger Jahren von Dr. S. Hakim geprägt, der dieses Krankheitsbild erstmals beschrieb.
Der Begriff "Normaldruck" ist hierbei irreführend und hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass es damals noch nicht möglich war, den Hirndruck über mehrere Tage kontinuierlich aufzuzeichnen. Mittlerweile ist klar, dass es sich, insbesondere nachts, um einen stark schwankenden Hirndruckverlauf in krankhafter Höhe handelt. Der Hirndruck ist wie beim Hydrocephalus erhöht, aber dies ist nicht im direkten Verfahren messbar, so dass der NPH schwieriger zu diagnostizieren ist.

Ein Normaldruckhydrocephalus kann in jedem Lebensalter auftreten. Der Abfluss der Hirnflüssigkeit (Liquor) ist gestört, was zu einem Liquorstau und zur Erweiterung der Ventrikel (mit Liquor gefüllte Hohlräume im Inneren des Gehirns) führen kann.

Die häufigste Form ist der sogenannte Altershirndruck, welcher meist ab dem 60. Lebensjahr auftritt und bis heute fälschlicherweise oft als Alzheimer oder Parkinson diagnostiziert wird.

Typische Symptome sind die Trias Gangstörung, Harninkontinenz und Demenz.

Informationen über die medizinischen Hintergründe des NPH, Diagnostik und Therapie finden Sie auf den folgenden empfehlenswerten Seiten:

www.nph-info.de
www.ratgeber-altershirndruck.de

Die Internetseiten bieten einen guten Überblick und wollen dazu beitragen, den NPH im öffentlichen Bewusstsein bekannter zu machen. Sie wurden von den Shuntherstellern Christoph Miethke GmbH & Co. KG und Johnson & Johnson MEDICAL GmbH
Geschäftsbereich Codman (beide Kooperationspartner der ASBH) mit spezialisierten Fachärzten erstellt. Die Shunttherapie ist bei der Behandlung des Hydrocephalus die am häufigsten angewandte Therapie und führt in den meisten Fällen auch beim NPH zu einer Verbesserung der Symptomlage.

Die Shunttechnolgie erfährt eine stetige Weiterentwicklung und trägt wesentlich dazu bei, dass die Lebenserwartung und Lebensqualität bei Hydrocephalus verbessert werden konnten. Eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Shuntsystemen ist daher zu empfehlen, und die Internetseiten bieten umfassende Informationen.

Viele Menschen erleben bis zur richtigen Diagnosestellung eine belastende Odyssee. Eine frühzeitige Therapie kann Symptome bessern, deshalb ist es auch ein Anliegen der ASBH, dass der NPH als Form des Hydrocephalus, die überwiegend im Lebensalter über 60 auftritt, bekannt und erkannt wird.

Zudem möchten wir ein eigenes Netzwerk an Ansprechpartnern für den NPH aufbauen, denn die Lebenssituation für Betroffene und Angehörige ist eine gänzlich andere als bei einer angeborenen Behinderung. Dennoch gibt es auch viele Fragen und Themen, die alle Menschen mit Hydrocephalus verbinden, deshalb möchten wir Menschen zusammenbringen, den Austausch fördern und Erfahrungswissen weitergeben. Wenn Sie sich für den NPH in der Selbsthilfe der ASBH möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit der Geschäftsführerin auf (ilona.schlegel@asbh.de).

Unter Publikationen – Ratgeber können Sie den ASBH-Ratgeber Altershirndruck bestellen.

Gehe zu: Spina bifida Mitgliedschaft